Ein Stern erstrahlt am musikalischen Himmel

Bennigsen. Sommerliche Temperaturen waren zurückgekehrt, der zehn Hektar große Gutspark präsentierte sich in voller Pracht und Erfrischungen luden die erwartungsfroh gestimmten Besucher auf Kommendes ein. Die Rahmenbedingungen für das Eröffnungskonzert des XV. Sommer-Festivals Rittergut Bennigsen stimmten einmal mehr – und ließen Außergewöhnliches erhoffen.
In der Tat. Schon im Vorfeld hatte Intendant und Hausherr Roderic von Bennigsen die Solistin des Abends, die 12-jährige Ha Young Choi, als Wunderkind und absolutes Ausnahmetalent gepriesen. Und er sollte recht behalten. Die Erwartungen erfüllte die junge Koreanerin über alle Maßen und bot eine Wiedergabe des Konzerts für Violoncello und Orchester in C-Dur von Joseph Haydn, die den herkömmlichen Rahmen sprengte.

Bemerkenswert musikalisch und mit erstaunlicher Fingerfertigkeit brillierte die 12-Jährige auf sehr hohem Niveau. Sie wird mit Sicherheit ihren Weg gehen, auf dem Roderic von Bennigsen seit zwei Jahren ihr Mentor ist und unter seiner Obhut die außergewöhnlichen Fähigkeiten der Koreanerin ausbildet.

Die Camerata Salzburg ließ das Haydn-Konzert zum Höhepunkt des Abends werden. Bravorufe und überwältigender Applaus am Ende sorgten für eine Zugabe des temperamentvollen Finales (Allegro molto), das von vollem Spielwitz und respektabler Virtuosität gekennzeichnet ist. Nach der Pause erklang die Symphonie Nr. 5, B-Dur, von Franz Schubert. Das nahezu liebenswürdige Freundlichkeit ausstrahlende Werk gestaltete das Kammerorchester unter der filigranen Leitung von Roderic von Bennigsen in beeindruckender Manier. Die aus mehr als 20 Nationen stammenden Musiker verdeutlichten einen Stil, der die musikalische Ausnahmeerscheinung der Camerata Salzburg auf den Bühnen der Welt widerspiegelte. Mit einer Zugabe entließen Orchester und Dirigent die begeisterten Besucher in die Nacht.

Auszug aus: Dieter Görmann, NDZ, 10.08.2010



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