Roderic von Bennigsen
Der Aufschrei

Deutschland voller Zwänge bricht,
niemals aus dem Freien schwingt,
geschweige auch von innen singt.

Hofft stets auf Obrigkeit,
zerbricht an sich und seinem Leid,
und bebt in seiner Seele tief entzweit.

Wo bleibt der großen Köpfe schöpferische Kraft?
Wo lebt die Weite großer Taten?
Der Mensch ist ja verloren,
er hat sich selbst verraten.

Historie als Ballast danieder liegt,
die Zukunft keine Flügel kriegt,
entblößt ist alle Schwäche,
Lebensraum gebrochen.
Verzweifelt wird gerungen,
doch immer wieder kommt er angekrochen.

Der Dämon im System politisiert,
Gewissen bricht ganz ungeniert.
Das Leben ringt in Fremdgestaltung,
in einer demonstranten Staatsverwaltung,
der Teufelskreis dreht ohne Ende,
es bleibt nur Hoffnung nach Erlösung,
in einer lang ersehnten Wende.

Ein Schrei nach Geist und Menschlichkeit,
in ewig währender ermahnenden vielleicht verlorenen Zeit.

Oh Mensch im unsichtbaren Käfig Deiner selbst,
da lebt doch die Gefangenschaft.
Nur Befreiung die Erlösung möglich macht,
denn Nichts kehrt zurück in so viel Schwäche,
ohne eigene Kraft.

Existenz im Schein der Freiheit,
wo Geist in Ohnmacht schwankt,
in einem Land, wo Wahrheit schmerzlich ist,
und auch der Mensch erkrankt.

Falsche Propheten im verstümmelten Wort,
stutzen die Flügel des menschlichen Wesen,
wie können da noch Menschen genesen?

Entdecken wir den zündenden Funken,
im verwandelten Licht,
öffnet sich Hoffnungslosigkeit,
in unendlicher Sicht.

Befreite Schwingung lebt nur noch im universalen Ton,
im Wort befindet sich meistens Hohn.

Leise fließen leidende Tränen,
viel zu viel und nichts wird laut gesagt,
die Stille zeigt, wie Herz und Wort versagt.

Musik, das Universum sublimierter Macht,
alle Grenzen löst,
unendlich lebt und niemals untergeht.
Hier hat der Genius ganz gesiegt und nicht verloren,
vielleicht wird doch einmal ein „Übermensch“ geboren.



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